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Ansprechpartner

Silke und
Ulrich Schlabach

Tel. 0271 / 38 50 49

oder

Ute Upphoff

Tel. 0271 / 39 97 09
uteupphoff[at]t-online[dot]de

Arbeitskreis Behindertenhilfe

Foto: Händehalten.
Foto: DRK OV EE e. V.

Der Arbeitskreis Behindertenhilfe besteht aus 50 Mitgliedern im Alter von 16-80 Jahren.

Heute hat der Arbeitskreis zwei Standbeine: Zum einen die Betreuung von Betroffenen und Angehörigen im Multiple-Sklerose-Kreis Siegen-Wittgenstein und zum anderen die Organisation und Durchführung verschiedener Aktivitäten mit behinderten Kindern und Jugendlichen, wie etwa Freizeiten o. ä. Die Betreuung der MS-Kranken nimmt jedoch den weitaus größten Teil der Arbeit in Anspruch. So gilt es monatlich drei Gruppentreffen zu betreuen bzw. den entsprechenden Fahrdienst sicher zu stellen und für das leibliche Wohl der Teilnehmer zu sorgen. 

Betreuung und Transport

Foto: Portrait einer Blutspenderin - im Hintergrund eine Blutspende.
Fotos: DRK OV EE e. V.

Der Fahrdienst umfasst aber auch Fahrten zu Arztterminen, Gymnastikstunden, zu Kur- bzw. Rehamaßnahmen, Rollstuhlsport (zweimal monatlich), Urlaubsreisen oder auch zu anderen privaten Anlässen der Betroffenen.

Der MS-Kreis bietet außer den regelmäßigen Treffen, die im DRK-Zentrum Siegen-Nord stattfinden, zahlreiche andere Veranstaltungen an. Neben Arztvorträgen oder Infoveranstaltungen über Pflegeversicherung, Rente und Pflegehilfsmitteln werden zwei- bis dreimal jährlich Halbtagsausflüge angeboten. Zudem werden etwa Fahrten zu Messen (z. B. Reha-Care) und Ausstellungen bis hin zu unterschiedlichen Freizeiten von den Helferinnen und Helfern des DRK-Arbeitskreises organisiert und begleitet.

Dabei wird nicht nur der Fahrdienst übernommen. Zu unseren Aufgaben gehören auch ganz individuelle Maßnahmen, wie z. B. Hilfe beim Ausstellen von Anträgen, Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen, persönliche Beratungen und vieles mehr. Für alle Fahrten werden Fahrzeuge des DRK-Ortsvereins Eiserfeld / Eisern eingesetzt.

Heute sind der Ortsverein und der MS-Kreis auch stolze Besitzer von zwei Transportern vom Typ VW Crafter, die mit elektrischen Hebebühnen ausgestattet sind und jeweils bis zu fünf Rollstühle transportieren können. Ca. 30.000 bis 40.000 Kilometer jährlich sind die Fahrer des Arbeitskreises mit diesen und weiteren Fahrzeugen des Ortsvereins unterwegs. 

Freizeiten und Ausflüge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität

Foto: Eine Seniorin zwischen den Regalreihen in einer Kleiderkammer.
Fotos: DRK OV EE e. V.

Es begann 1981 mit einem verlängerten Wochenende in Holzhausen (Porta Westfalica). Zu diesem Anlass wurde der Großraumbus für Behinderte unseres DRK-Landesverbandes gechartert. Für DRK-Helfer und MS-Kranke sowie deren Partner und Kinder war dies eine riesige Herausforderung. Allen stand die Angst ins Gesicht geschrieben. Aber recht schnell stellten die MS-Kranken fest, dass sie sich auf uns verlassen können, und fortan waren die Wochenendfahrten sehr beliebt und immer sofort ausgebucht.

Nach ein paar Jahren mit viertägigen Touren haben wir uns 1987 zum ersten Mal eine ganze Woche in Schönhagen an der Ostsee aufgehalten. Es gab einige MS-Kranke, die vor Freude geweint haben, weil sie eigentlich schon nicht mehr erwartet hatten, je noch mal das Meer zu sehen.

Nach einem weiteren Aufenthalt in Schönhagen 1988 führten uns zwei weitere Reisen in ein Haus des Bayrischen Roten Kreuzes in Pleystein in der Oberpfalz. 1991 entdeckten die Mitglieder des MS-Kreises dann ihre Liebe zu der wunderschönen Nordseeinsel Borkum. Dort haben wir seither im Zweijahresrhythmus jeweils eine Woche in der Familienferienstätte des CVJM verbracht. Diese Fahrten sind immer mit einem großen logistischen Aufwand verbunden. Wir reisen mit behindertengerechten Rollstuhltransportern, von denen jeder fünf Rollstühle befestigen kann.

Längst verfügt der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe nicht mehr über einen Großraumbus für Behinderte, und auch der DRK-Landesverband Niedersachsen hat den Betrieb seines Busses leider eingestellt. Stattdessen wird ein großer Reisebus eingesetzt. Zu diesen Fahrzeugen nehmen wir noch einen 7,5 to LKW aus den Beständen des Katastrophenschutzes für das ganze Gepäck und die Hilfsmittel mit.

Eine Reise mit rund 90 Personen, davon ca. 40 MS-Patienten - zum großen Teil Rollstuhlfahrer sowie deren Partner und Kinder - muss gut organisiert werden. In den ersten Jahren mussten wir einen Teil der Rollstuhlfahrer (meist ca. 15) auf der Fähre die Treppen herunter- und wieder herauftragen. Das konnten wir alleine gar nicht bewältigen. Da zeigte sich, dass unser Rotes Kreuz international wirkt, denn wir wurden von Rotkreuz-Kameraden des niederländischen Roten Kreuzes aus Eemshaven tatkräftig unterstützt Auch die Bundeswehr, zu Beginn unserer Fahrt noch auf Borkum stationiert, half mit Gerät und Personal aus.

Während der Freizeit auf Borkum werden die MS-Patienten von den DRK-Helferinnen und -Helfern rund um die Uhr betreut. Dazu gehört in erster Linie die Unterstützung bei der Pflege, bei den Mahlzeiten und der Freizeitgestaltung (z. B. Spaziergänge, Fahrten mit den Strandrollstühlen der Kurverwaltung am Strand, Schwimmen im Meer). Der MS-Kreis und das DRK wenden für diese Reisen ca. 40.000 € auf.

In den Jahren zwischen den großen Freizeiten führen wir eine kleine Freizeit durch, die zur Zeit immer im VDK-Hotel in Bad Fredeburg stattfindet. Ziel ist es auch hier, die Menschen aus ihrer Isolation herauszuholen und gemeinsam mit den mitreisenden Angehörigen Abwechslung und Hilfen anzubieten.

Ein weiterer Aufgabenbereich des Arbeitskreises liegt in der Betreuung von behinderten Kindern und Jugendlichen während einer Wochenendfahrt im Sommer eines jeden Jahres sowie der Organisation und Durchführung von Tagesfahrten, Sommerfesten und Weihnachtsfeiern. Hier sind die Aufgaben ähnlich gelagert wie in der Arbeit mit MS-Kranken. Besonders die Wochenendfahrten werden von den Eltern der jungen Menschen gern angenommen, bedeuten sie oft doch den einzigen Zeitraum, in dem sie ihre Freizeit nur für sich in Anspruch nehmen können.

Finanziert werden diese Maßnahmen aus Mitteln des DRK-Kreisverbandes. Dabei sind wir, insbesondere vor dem Hintergrund des Rückgangs öffentlicher Mittel, zunehmend auf Spenden für diesen wichtigen Aufgabenbereich angewiesen. Wir danken herzlich allen, die uns in der Vergangenheit mit Spenden unterstützt haben, und würden uns auch in Zukunft über Zuwendungen sehr freuen.

Historie

Foto: DRK OV EE e. V.

Die Behindertenarbeit im damaligen DRK-Kreisverband Siegerland nahm ihren Anfang im Jugendrotkreuz.

Die JRK-Leitung des DRK-Kreisverbandes, organisierte bereits in den 1970er Jahren Tagesausflüge für behinderte Kinder, die von den Mitgliedern der JRK-Gruppen aus Eisern und Eiserfeld begleitet und betreut wurden.Im Oktober 1980 hat dann Erika Kill, Leiterin des DRK-Sozialdienstes im DRK-Ortsverein Siegen-Nord, einigen an Multipler Sklerose erkrankten Patienten Ihre Hilfe angeboten, als diese eine Selbsthilfegruppe gründen wollten.

Das Ziel bestand darin, die Menschen aus ihrer durch die Krankheit bedingten Isolation herauszuholen. Die Betroffenen wollten einfach mal zu Hause raus, ab und zu etwas Interessantes erleben, Kontakt zu anderen Menschen pflegen und ihrem oft recht eintönigen Alltag entfliehen. Das Deutsche Rote Kreuz war hier zur Stelle, um Abhilfe zu schaffen.

Schon bald musste Erika Kill erkennen, dass sie weitere Hilfe brauchte. Die fand sie im Jugendrotkreuz. Zunächst wurden die Aktionen von der Jugendrotkreuzleitung des Kreisverbandes organisiert, und es halfen JRK’ler aus verschiedenen Gruppen mit. Nach einiger Zeit aber blieben dann nur noch die Mitglieder der JRK-Gruppe aus Eisern und Eiserfeld übrig.

Die Jahre vergingen, und die Helferinnen und Helfer wuchsen aus dem Jugendrotkreuzalter raus. So wurde schließlich unter Mithilfe von Erika Kill der „DRK-Arbeitskreis Behindertenhilfe“ gegründet, der heute 50 Mitglieder aus allen Altersgruppen umfasst.

Ein großer Teil der damaligen Jugendrotkreuzmitglieder ist auch heute noch dabei, teilweise konnten auch die Lebenspartner für die Arbeit gewonnen werden. Besonders stolz sind wir darauf, dass mittlerweile auch unsere Kinder mitarbeiten und somit auch die nächste Generation für die wichtige Arbeit interessiert wird. Anfang der neunziger Jahre wurde der Arbeitskreis dann auch mit der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe ausgezeichnet.

Setzen auch Sie sich für Menschen ein!

Bei uns kann jeder mitarbeiten – ohne eine Qualifikation oder irgendwelche Vorkenntnisse. Wir würden uns über interessierte Männer und Frauen sehr freuen. Wer Interesse an unserer Arbeit hat, wendet sich bitte an:

Silke & Ulrich Schlabach (Tel. 0271 / 38 50 49)

oder an

Ute Upphoff (Tel. 0271 / 39 97 09 - E-Mail: uteupphoff[at]t-online[dot]de)

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